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Wenn man seine Freude verloren hat

Wenn man seine Freude verloren hat

Warum wir uns als hilflos der Situation, des Schmerzes und unseres Leides ausgeliefert fühlen..

Was ist der erste Schritt zurück in die Gesundheit, den Frieden, die Freude und den Spaß, wenn du keine Freude empfinden kannst? Was tun, wenn du die Angst, den Schmerz so unendlich tief und groß fühlst? Wohin, wenn dein Kopf sich verselbstständigt und deine Psyche dich komplett im Griff hat?

 „Jetzt reiß dich mal zusammen!“ Wie oft hast du dir diesen Satz schon selbst innerlich zugebrüllt? Und hat es funktioniert? Bei mir hat es das nicht oder zumindest nur kurz und heute weiß ich auch warum.
Diese Art von Selbstgeißelung dient allenfalls dem Zweck, dass wir funktionieren können, lässt uns aber über eine längere Zeit ausbrennen und absolut erschöpft sein. Wir fühlen uns taub, abgestumpft und schneiden uns mehr uns mehr von den Gefühlen ab. Keine Zeit für Ruhe und Freude. Das Leben ist ja schließlich kein Ponyhof und es gibt ja sooooo viel zu tun. Jeden Tag neu. Und außer dir macht ja auch keiner deinen Job in der Qualität und Güte, dass du zufrieden wärst. Also Augen zu und durch! 
Diese Art zu leben ist übrigens auf sämtlich Lebenssituationen übertragbar.

  • Das Geld muss ja fließen also Augen zu und durch im Job
  • Die Beziehung ist viel zu verstrickt und abhängig um etwas zu verändern
  • Die Krankheit und der Schmerz lassen sich eh nicht abstellen

Also was tun wir? Uns betäuben und von dem Problem ablenken. Der eine flüchtet sich in das Belohnungssystem und kauft sich teures Zeug oder unnötigen Kram um sich gut zu fühlen. Ist ja schließlich hart erarbeitetes Geld. Der nächste versinkt in seiner Arbeit oder Hobby um der Beziehung zu entfliehen und sich bloß nicht damit zu beschäftigen. Der dritte rennt von Arzt zu Arzt oder medikamentiert sich den Schmerz und die Krankheit weg damit er funktionieren kann.
Daran ist grundsätzlich übrigens nichts falsch. Es ist eines jeden eigene Entscheidung wie man dem Leben und dessen Herausforderungen begegnet. Ich habe es selbst auf vielen Wegen immer wieder genauso gemacht. Und oft scheint dieser Weg der leichtere und einfachere zu sein. Zumindest auf den ersten Blick. Doch wie nachhaltig ist die Freude? Wie viel Glück und Schmerzfreiheit gewinnt man mit diesen kurzfristigen Entscheidungen? Mir war es nicht genug. Mich damit abzufinden, dass ich einen Job habe, der mich auffrisst und bis zu zehn Stunden meines Tages mit Dingen zu verbringen, die mir keine Freude machen war einfach sinnlos. Die Freude hielt mir nicht lang genug und war recht flott wieder verschwunden. 
Doch warum fällt es uns so schwer, etwas zu verändern? Warum wechseln wir nicht einfach den Job, fangen an, unsere Beziehungen (egal welcher Art) in Ordnung zu bringen oder kümmern uns selbst darum, wieder gesund zu werden? 

Wir machen den Wunsch und das Ziel nach Heilung, Erlösung, Schmerz- und Angstfreiheit oder was immer es das Endziel ist so unendlich groß, weit weg und großartig, dass es schier unerreichbar wird. Das führt dazu, dass wir schon resignieren, bevor wir überhaupt angefangen haben, etwas in Bewegung zu setzen. Sätze wie „Das schaffe ich doch eh nicht!“ oder „Das ist doch aussichtslos!“ „Die Ärzte haben gesagt, das wird nichts mehr!“ geistern durch den Kopf und vernebeln den Blick. Wenn man sie sich oft genug sagt, werden sie Realität. Das Sterben auf Raten beginnt. Wir schauen dahin, was alles nun nicht mehr möglich ist, blicken verbittert auf die Vergangenheit und die vermeintlich großartigen Dinge, die wir nicht mehr können. Wir versumpfen in Gedanken voller Einsamkeit und Selbstmitleid. Mancher bleibt dort hängen und erfüllt sich damit dann die nächste Prophezeiung. „Mir kann eh keiner helfen!“ und „So will mich eh keiner haben!“ Wir hören dann nicht einmal mehr, wenn da jemand ist der Hilfe anbietet weil wir ja auch niemandem zur Last fallen wollen. Dass wir mit dieser Haltung aber erst die Menschen von uns weg stoßen, sehen wir nicht. Wir denken, wir müssen es allein schaffen oder gar nicht und dass man damit niemandem zur Last fallen will. Und dann gehen sie auch irgendwann. Es ist eine endlose Spirale aus schwarzen Wolken die einen beschissenen Gedanken an den nächsten reiht. Kenne ich alles. Und ich weiß, wie scheiße sich das anfühlt.

Stunden lang saß ich 2014 vor dem Spiegel und betrachtete meine hässliche und gelähmte Fratze während ich mich abwechselnd beschimpfte und bemitleidete. „Was ist nur aus dir geworden, du Versagerin!“ „Nichts kannst du!“ „Und jetzt kann es auch noch jeder sehen!“  Nicht mal mehr richtig weinen ging, weil der Tränenkanal links seine Arbeit nicht mehr machte. Was für eine Scheiße!

Da sind wir nun, Opfer unseres Dramas, Schmerzes und all den Sorgen.

Doch – und ja das macht keinen Spaß zu lesen – Opfer zu sein ist nur eine Geschichte, die wir uns erzählen um uns in Wahrheit vor der Angst zu flüchten das zu erkennen, was hinter dem Schmerz liegt. Es ist eine Art Schutzmechanismus. Denn so können wir die Schuld an unserer Misere anderen in die Schuhe schieben. Dann werden plötzlich Arbeitskollegen, Ärzte oder die Familie zur „Schuld“ für das was passiert ist und so bauen wir uns ein Konstrukt aus Geschichten und Märchen, die dafür verantwortlich sind, dass wir da sind, wo wir sind.

Bei mir war es das Finanzamt, das in meinen Augen zu dieser Zeit Schuld hatte dass ich nun Schulden hatte, ein Partner der sich nicht genug „gekümmert“ hat, Ärzte, die nicht ausreichend geforscht haben um mir zu helfen und mein Vater, der mich nicht akzeptierte wie ich war… ich könnte noch 1000 andere solcher Dinge hier aufzählen. Sie alle haben mich am Ende dahin gedrängt zu denken: Ich kann ja nichts machen und schon gar nichts dafür! Doch stimmt all das, was wir uns da erzählen? In Wahrheit ist das selten der Fall, denn das würde bedeuten, dass wir nie eine Wahl hatten dass es so kommen musste. Ich habe das damals auch nicht glauben wollen und erst als ich zurück geblickt habe, fiel mir auf dass ich einen erheblichen Anteil dessen was passiert ist, selbst zu verantworten habe. Ich ging in der Zeit gedanklich einige Monate zurück und plötzlich fiel mir auf, dass ich an vielen Stellen eine Wahl getroffen habe, die mich genau dahin gebracht hat. Ich hatte meine Steuer zwei Jahre nicht gemacht. Dass dies zu Folgeproblemen führen würde, war mir eigentlich klar, aber ich hatte es einfach ignoriert und die Wahl getroffen, den Kopf lieber in den Sand zu stecken. Den Partner hatte ich zum Mittelpunkt meines Glücks gemacht und tat alles um zu gefallen und geliebt zu werden. Dass ich mich eigentlich um mich hätte kümmern sollen war mir damals egal. Die Ärzte verurteilte ich innerlich, mir nicht genug geholfen zu haben anstatt zu schauen, welche Warnsignale ich vorher überhört hatte. Und statt mich über mich selbst zu ärgern, hatte ich beschlossen dies über meinen Vater zu tun, da der ja schließlich (vermeintlich) meine Leistungen nicht würdigte sondern unser Verhältnis immer angespannter wurde.

All diese Geschichten haben am Ende eines gemeinsam. Ich gab die Verantwortung für mein Leben, meine Gesundheit, meine Beziehung und die familiäre Situation ab an andere. Ich entmächtigte mich selbst durch diese Geschichten und machte mich dadurch zum Opfer meiner Umstände.

Um das zu erkennen erfordert es zwei Dinge. Als erstes den Willen gnadenlos ehrlich zu dir selbst zu sein und zweitens eine große Portion Mut. Du kannst dem Rest der Welt erzählen was du willst. Du kannst Geschichten erzählen und anderen verkaufen, dass alle außer DU Schuld sind. Aber wenn du Kontrolle und Freude in deinem Leben zurück willst, musst du gewillt sein gnadenlos dir selbst ins Auge zu blicken und dir deine Verantwortung für dich und dein Leben – und das ist egal in welchem Bereich – zurückholen.

Eigenverantwortung zurück holen

Wie macht man das? Indem man anfängt, seine Geschichten zu hinterfragen. Und zwar nicht nur ein oder zwei Mal. Im Folgenden wirst du Fragen finden, die dir helfen können, dir auf die Schliche zu kommen. Vielleicht hilft es dir, es so wie ich zu tun. Ich habe mir die, die mich am meisten geärgert hat auf einen Zettel geschrieben und in meine Wohnung aufgehängt. Da wo ich es immer sehen MUSSTE. Badezimmer, Garderobe, Autospiegel oder Armaturenbrett.

Fragen

Hier einige Fragen, die mir dabei geholfen haben zu erkennen, wo ich mich überall belogen habe. Wenn mir ein Gedanke kam, dass jemand Schuld an diesem oder jenem war stellte ich mir die Fragen:

STIMMT DAS WIRKLICH? 

WIE HABE ICH ES GESCHAFFT, MICH IN DIESE SITUATION ZU BRINGEN?

WAS HÄTTE ICH STATT DESSEN TUN KÖNNEN?

KANN ICH ES VERÄNDERN?

WAS GENAU KANN ICH JETZT TUN/WELCHEN SCHRITT KANN ICH JETZT TUN UM SOFORT ETWAS ZU VERÄNDERN?

Allein die Bereitschaft, etwas zu verändern wird etwas verändern. Wenn du dich ernsthaft mit diesen Fragen beschäftigst, wird sich etwas tun. Kommt dir blöde und albern vor? Was hast du zu verlieren? So einfach ist das? Probiere es aus und teile deine Erfahrungen gern mit mir.

Alles Liebe

Die Elke

P.S. Wenn du auf der Suche nach der passenden Frage bist oder allein nicht weiter kommst, klicke JETZT auf das blaue Kontaktformular und schreibe mir eine kurze Nachricht. 

Die Stimmen im Kopf

Die Stimmen im Kopf

Stimmen im Kopf

„Ist das alles so richtig, was du machst?“

„Oh wow, du siehst großartig aus!“

„Sach ma! War die Pizza gestern Abend echt nötig? Guck ma –  da dein Hintern! Wieder ne Delle mehr!“

„Oh, dieses Shirt sieht aber toll an dir aus! Aber diese Falten unter deinen Augen, da sollten wir echt was dran machen…“

Diese Stimmen im Kopf die ununterbrochen quatschen, plaudern, ungefragt kommentieren und alles bewerten was wir sehen. Sie sprechen über andere Menschen aber am liebsten über uns. Sie kategorisieren, bewerten, vergleichen. Mal höhnisch, mal flüsternd und sie sprechen fließend Sarkastisch. „Guck mal die. Böh, schau mal was der da macht. Oh, die hat aber viele Einkaufstaschen, der muss es aber gut gehen.“

Doch kaum sind wir allein, haben sie ein neues Ziel. „Du musst noch die Spülmaschine ausräumen. Denk daran, die Einkaufsliste zu schreiben. Du Nuss! Du hast vergessen, die Mülltonne rein zu holen. Seit zwei Tagen steht die jetzt vor der Tür! Was sollen denn die Nachbarn denken?“

Ich setze mich in Bewegung. „Doch nicht in der ollen Hose! Willst du, dass alle denken, du pimmelst den ganzen Tag nur rum?“ Seufzend wedele ich durch die Luft während ich durch den Hof zum Tor gehe und der Gedanke löst sich auf wie Pumuckl in seinen besten Zeiten (wer´s nicht kennt, hier ein Link zu dem niedlichen kleinen Kobold meiner Kindheit in den 80ern).  „Und wenn schon, sollen sie doch denken, was sie wollen. Machen sie doch eh. Also who cares? Wo is der Bus? China – Sack Reis und so.“ beruhigt mich eine andere wesentlich ruhigere Stimme aus dem Bauch.

Mit etwas zu viel Elan schiebe ich die Biotonne zurück in den Hof bis zu meiner Haustür die hörbar über das Pflaster rumpelt. „Bist du bekloppt?! Es is 23:30h. Meinst du, das hätte nicht bis morgen warten können? Mitten in der Nacht so ein Krach.“ Innerlich rolle ich die Augen und wieder wische ich die Stimme bei Seite. Anschließend gehe ich in Richtung Badezimmer. „Du solltest längst im Bett sein! Wolltest du nicht ab sofort eine Stunde früher schlafen gehen? Dein Gesicht würde dann morgens auch besser aussehen.“

Als ich die Klospülung drücke säuselt eine andere verführerische Stimme: “Du könntest jetzt noch gemütlich ein Glas Wein trinken. Morgen ist eh nicht so viel los und der Tag war echt hart. Das hast du dir verdient.“ Mein inneres Belohnungs- und Genießerduo hat seinen Auftritt.
Ferngesteuert wie ein Schlafwandler wackele ich auf den Kühlschrank zu. „Ein Stück Käse dazu wäre doch großartig und wo wir gerade schon hier sind, nimm dir auch ein kleines Stück Brot mit.“

Ehe ich mich versehe sitze ich auf meinem Sofa, habe ein Glas Weißwein in der Hand und mampfe im Autopilot ein Stück Bergkäse mit Brot dazu. Zugegeben – es ist absolut lecker.
„Na toll, und morgen wiegst du dann wieder ein Kilo mehr!“
„Na und? Is doch egal. Wer mich so nicht mag, braucht mich auch nicht in dünn!“

Ich drücke den Knopf der Fernbedienung und die Stimmen werden leiser. Es läuft eine belanglose Serie, die mich zwar nicht fesselt aber auch nicht langweilt. Nach zwei Folgen gehe ich ins Bett. Mein Körper fühlt sich schwer und angetüdelt an und ich falle in einen tiefen Schlaf.

Wer sind diese Stimmen?

Was soll dieser innere Dauerdialog und wie wird man den los?
Nun zunächst einmal stellt sich die Frage, warum darf sie überhaupt die ganze Zeit quatschen? Warum hören wir diesem Genöle überhaupt zu? Wer redet da eigentlich mit wem und wer hört denn da eigentlich wem zu? Und wer entscheidet, welchem Argument wir letztlich folgen?

Es ist der Verstand, der pausenlos redet. Und er ist darauf bedacht, es uns so gemütlich und bequem wie möglich zu machen. Es ist ihm egal, ob er vor wenigen Sekunden noch etwas völlig anderes gesagt hat. Er ist wie ein Fähnchen im Wind mit der Ausrichtung auf Bequemlichkeit.

Gleichzeitig ist er der größte Betrüger und scheinheiligste „Freund“, den wir haben können. Er tarnt sich in verschiedenen Gewändern, redet uns nach der Nase um dann gleich wie ein hinterlistiger Strippenzieher das komplette Gegenteil zu behaupten. Er erzählt uns Geschichten, warum die Welt gerade ist, wie sie ist und dass es keinen Sinn hat, etwas daran zu verändern.

Mir erzählte er Dinge wie:
„Du kannst nie mehr selbstständig sein. Es ist viel besser zurück in eine Festanstellung zu gehen. Da gibt es gutes Geld und sicher ist es auch.“ Gleichzeitig kommt er um die Ecke mit: „Aber es ist sooo langweilig. Du kannst viel mehr!“

Mein Bedürfnis nach einer Beziehung und Gesundheit hat er auch eine Weile „nett“ kommentiert und sogar vermischt: „Mit deiner Gesichtslähmung will dich eh kein Mann mehr. Familie kannst du vergessen. Es ist eh besser allein zu bleiben. Die Ärzte haben doch auch gesagt, dass man da nichts mehr machen kann. Also gewöhne dich lieber daran. Es ist vielleicht sogar Karma oder Schicksal.“ 

Die Stimme erzählt mir, ob ich rauchen, trinken, lügen, loben, lieben oder vertrauen sollen und steuert alle meine Ansichten, Programme und Denkmuster über das Leben selbst. Sie erklärt mir, ob und wie mein Körper funktioniert oder auch nicht und unter welchen Bedingungen. Sie bestimmt, wie ich diese Welt betrachte.

Warum gibt es die Stimme und wofür ist sie gut?

Jedes Mal, wenn ich Angst habe, nervös bin, Veränderungen anstehen oder ich meine vermeintliche Sicherheit verlassen will um etwas Neues und Ungewohntes anzufangen, wird sie extrem laut. Auch, wenn Dinge eine Weile „zu gut“ laufen, schaltet sie sich gern ein um es mir zu auszureden oder Minimum es zu kommentieren. Auf den ersten Blick ein Schutz, auf den zweiten in meinen Augen allerdings eine tierische Wachstumsbremse. 

Außerdem hilft die Stimme dabei, Umweltreize zu verarbeiten indem sie alles was gesehen wird in Worte fasst um es dann mit den eigenen Werten, Erziehungsmustern und Erfahrungen abzugleichen. Sie erschafft uns Referenzpunkte in dieser Realität um vergleichen zu können was wir für „normal“ halten dürfen und was nicht. Der Verstand hilft uns, Strategien zum Leben zu (er)finden, damit wir gut hindurch kommen. 
Einkategorisiert wandert die Erfahrung ins Archiv um dort in den passenden Schubladen des Unterbewusstseins abgelegt zu werden und den Körper so zu steuern. So manipuliert der Geist durch das Denken die Sicht auf die Welt und den Körper. 

Alle Situationen werden so in Kategorien eingeteilt und nach gut und schlecht bewertet. Doch was ist eigentlich der Maßstab? Es sind die bisherigen Erfahrungen, die entscheiden ob etwas für mich gut oder schlecht ist basierend auf den Referenzpunkten, die wir bisher gesammelt haben. Es sind abgespeicherte Erinnerungen, Gefühle und Situationen mit denen die Stimme abgleicht, was für mich gut oder schlecht war, es nun wieder ist und eventuell sein wird. 

Das gibt ein Gefühl von Kontrolle, Sicherheit und Schutz und baut so für jeden eine andere Realität aus Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen. Hier entstehen unsere Werte, eigene Normen und Ansichten. 

So dürfte nun auch deutlich werden, warum es so viele verschiedene Ansichten und Ideen auf die gleiche Situation und letztlich auf die Welt gibt und woher unzählige Konflikte und Probleme in dieser Welt kommen. Denn jeder Mensch sieht die Dinge durch die Brille seiner Realität, seiner Erfahrungen seiner Muster, Werte und seiner Gefühle. Keine ist wirklich richtig oder falsch. Es ist schlicht eine andere Realitätsbrille durch die jeder Mensch seine Welt betrachtet und somit die absolute Wahrheit in genau diesem Moment.

Eigentlich ein Wunder, dass wir alle miteinander auskommen. Umso wichtiger ist Kommunikation, doch dazu mehr in einem anderen Beitrag.  
So, da nun der Verstand erklärt ist, was ist dann mit der Seele?

Wer ist es, der all diesen Stimmen in uns zuhört?

Das was uns wirklich ausmacht, was unsere Essenz, unser Potenzial wie einen Schatz mit sich herum trägt ist das was permanent dieser Stimme zuhört. Es ist ein Ort tief in uns, der mit allem verbunden ist. Dort ist tiefer Frieden. Verständnis und Stille sind der Grundton. Worte sind dort nicht nötig, da an diesem Ort alles ist, was jemals war und sein wird. Dort ist grenzenloses Wissen und tiefes Bewusstsein in Verbindung mit jedem Molekül, jedem Moment. Dort sind wir wissend und mit allem verbunden, denn reines Bewusstsein ist dort zu Hause. 

Dort ist alles JETZT und sowohl Zeit als auch Raum nicht existent. Es ist das SEIN, das Selbst oder auch die Seele. Sie weiß, was wirklich stimmt, was für uns funktioniert und was wirklich möglich ist. Und in diesem SEIN liegt eine Aufgabe, eine Schöpferkraft, der so genannte Sinn des Lebens.  

Sie ist aber auch das, was diesen Stimmen des Verstandes permanent ausgesetzt ist. Und diese Stimmen überlagern wie ein Autopilot unseren Alltag und lassen wenig Raum um nach innen zu horchen und zu erkennen, wer wir wirklich sind; welches großartige Potential wirklich in uns steckt.
Dazu rennen wir im Hamsterrad des Alltags in tausenden Rollen mit den unterschiedlichsten Anforderungen herum. Dies verhindert häufig das Innehalten und lässt kaum Raum um zu uns selbst finden. 

Welche Rolle spielt der Körper dabei?

Und dann gibt es ja da auch noch den Körper. Das Wesen was es uns ermöglicht alle Erfahrungen auf physischer Ebene zu erleben. Sinne, die dafür gemacht wurden die Welt zu erfahren und in ihrer Vielfältigkeit zu spüren. Genuss, Düfte, Sinnlichkeit, Schmerz, Ängste, Trauer, Wut, Liebe, Dankbarkeit, Wunder wie Ekstase und Geburt. All diese und unzählige andere Gefühle sowie Erlebnisse, die wir nur erfahren können, weil wir einen Körper haben. Eigentlich total irre, wenn man es mal von außen betrachtet. Denn auch hier ist jeder Körper einzigartig. Keine Zelle gleicht der eines anderen Menschen. Bis in die kleinsten Moleküle sind wir einzigartig. Allein durch unser SEIN und unsere DNA.

Spannend, dass die Menschen nach Individualismus streben wenn man bedenkt, dass sie alles das bereits in sich tragen und sich nur durch Anpassung an das Kollektiv und Normen davon abhalten sich zu leben, frei zu sein und das zu tun, was wir wirklich möchten. Denn genauso einzigartig, wie die Zellen sind unsere Gaben. Es ist alles da und wir nutzen es nicht, weil eine Stimme im Kopf uns dahin treibt, der Sicherheit zu folgen, keine Risiken einzugehen und mit dem Strom zu schwimmen.

Es ist ein komplexes Zusammenspiel von Körper Geist und Seele, das bei vielen Menschen aus dem Gleichgewicht geraten ist. Der Körper ist das Sprachrohr der Seele. Da die Seele keine Stimme hat nutzt sie die Zellen, Hormone, Kontraktion und Ausdehnung um mit uns zu kommunizieren. Bei jedem Menschen ist auch dies individuell anders. Sie kommuniziert sehr fein, doch haben wir uns von unserem Körper innerlich abgeschnitten um zu funktionieren und die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen. 
Burnout, Antriebslosigkeit, Depressionen, Ängste und körperliche akute als auch chronische Leiden sind das Ergebnis.

Die Psychosomatik ist geboren und eine Vielzahl von Menschen leiden vor sich hin. Ich bezeichne es als ein „Sterben auf Raten“. Denn alles was uns leiden lässt, alles was uns krank macht, jedes Aufgeben und alles was nicht der Freude folgt, sich gut anfühlt oder für uns Sinn macht ist verlorene Zeit.
Wie viele Menschen kennst du, die sich aufgegeben haben und unter dem Deckmantel der Bescheidenheit oder vermeintlicher Zufriedenheit ihr „Schicksal“ annehmen und nichts damit tun?
Oft fehlt einfach die Kraft oder jemand, der beim Sortieren der Gedanken hilft. 

Wir dürfen uns klar machen, dass diese Stimme nicht unser wahres ICH ist und uns wieder in Einklang mit Körper, Geist und Seele bringen. Denn wir benötigen alle 3 Aspekte um in diesem Leben zu sein und das Gefühl zu haben, dass es Sinn macht.
Der Verstand hilft uns beim Sortieren, der Körper beim Erfahren und als Werkzeug der Seele um das auf dieser Welt zu erleben für das wir hier sind. Es gilt, sich wieder mit dem Körper zu verbinden und der Seele zuzuhören. Denn dann ist der Mensch in Balance. Dann erst können Beschwerden, Leiden, Krankheit von allein gehen. Schmerzen werden leiser oder sind nicht mehr nötig, da die Seele genug Raum zum atmen hat.  

Wie komme ich nun an meine Seele heran, wenn ein kleiner durchtriebener Psychopath in mir permanent Unsinn erzählt, Ängste bereitet und nicht zu stoppen ist?

  1. Bewusstsein schaffen. Als erstes habe ich mir bewusst gemacht, dass es diese Stimme(n) überhaupt gibt.

     

  2. Zuhören – Anschließend hat es mir geholfen, der Stimme einfach mal einen Tag lang zuzuhören und zwar ohne das wiederum zu kommentieren. Als würden wir Auto fahren und sie würde den ganzen Tag lang mein Beifahrer sein und ich ihr stummer und objektiver Chauffeur. Es war ein Albtraum. Sie kommentierte ALLES! Beschrieb, wo ich mich aktuell aufhielt, was ich tat, wie ich mich fühlte, zählte Treppenstufen, benannte Lebensmittel und deren Farbe und suggerierte mir viel zu oft, ich solle doch etwas essen. Am besten natürlich Schokolade um mir dann zu erzählen, wie ungesund das für mich wäre und dass ich dringend Sport machen muss.

     

  3. Fragen stellen. Stimmt das wirklich, was sie da sagt? Was von all diesem sinnlosen Geblubber ist denn wirklich wichtig und relevant? Wer spricht da? Denn als ich begann, mir diese Fragen zu stellen, konnte ich mir bewusst machen, wer und was mich da steuerte. Es waren die Erfahrungen aus den Schubladen, die klappernd aufsprangen und dem Verstand sufflierten, was er zu sagen hatte, um mich vor vermeintlichen Gefahren zu warnen. 95% allerdings waren davon unbrauchbares Zeug.

     

  4.  Entscheidungen treffen: Womit fütterst du deinen Geist? Du entscheidest selbst, wie viel Bewertung du zulassen möchtest. Wenn wir etwas anderes denken wollen und ein besseres Gefühl schaffen wollen, müssen wir lernen darauf zu achten, was wir denken, hören und sagen. Das berühmte: Gedanken werden Worte, werden Taten beschreibt es an dieser Stelle recht gut. Ich habe damals begonnen, mir beim sprechen zuzuhören und mich immer dann dabei zu erwischen, wenn ich etwas bewertet habe. Anschließend habe ich meinen Gedanken gelauscht, bevor ich sie zu Worten geformt habe. (Übrigens eine meiner größten Herausforderungen, an der ich bis heute arbeite *lach*)

    Es war ein sehr unterhaltsames und stellenweise nerviges Experiment aber es hat sich gelohnt und ich mache es auch heute noch täglich. Ich denke, ich bin noch ein Stück weg davon, es perfektioniert zu haben. Doch wenn es einen Menschen gäbe, der sich so rücksichtslos, übergriffig, vorlaut und bewertend über mein Leben auslassen würde, wie diese Stimmen im Kopf – der oder diejenige würde ich aus meinem Leben verbannen. Weder meine Freunde, noch meine Familie würde ich erlauben so mit mir umzugehen. Doch diese Stimme ist eben IM Kopf. Letztlich geht es darum, sich bewusst zu machen, was da los ist. Denn wenn wir glauben, die bekämpfen, abstellen oder gar loswerden zu können wird sie nur lauter.

Alles was wir nicht bereit sind zu sein oder zu hören kontrolliert uns. Gleiches gilt übrigens für den Körper, besonders in Bezug auf Schmerz und Krankheit.

Was ist deine Sprache der Seele?

Ich könnte mir vorstellen, dass dies bei jedem anders sein kann, weiß aber, dass es bei einer Vielzahl meiner Klienten ähnlich funktioniert, wie bei mir. Da die Seele nicht mit Worten spricht, nutzt sie den Körper um mit mir zu sprechen.

Meine Seele bedient sich der Energie meiner Zellen um mich wissen zu lassen, was ich tun soll. Sie lässt in meinem Körper kleine Feuerwerke von Hormonen steigen, sendet Impulse in Form von Zusammenziehen und Unwohlsein oder Ausdehnung in Form von Entspannung. Sie lässt meine Muskulatur sich anspannen und sorgt über Schmerz und Müdigkeit für Pausen, wenn ich die vorherigen Signale nicht gespürt habe. Kurz – sie nutzt meinen Körper als Sprachrohr. Sowohl für Situationen die für mich richtig, sinnvoll und meinem SEIN dienen als auch dem, was der Seele nicht zuträgt. Die Seele spricht nicht in Worten. Jedes Mal, wenn Worte auftauchen kann ich mir sicher sein, dass es der Verstand ist. Ihn nutze ich, um mir die passenden Fragen zu stellen. Die Antwort meiner Seele ist immer eine Reaktion des Körpers.

Es ist weniger kompliziert als es klingt und du kannst dir sicher sein, dass jeder Mensch die Fähigkeit hat, die Sprache seiner Seele zu erkennen und ihr zu vertrauen.

Selbst-vertrauen ist dann eines der unzähligen großartigen Ergebnisse. Veränderungen beginnen, den Schrecken zu verlieren, Neues wird zum Abenteuer und das eigene Potential dringt an die Oberfläche. Mich hat es so zum Vibrieren und Beben gebracht, dass ich nicht mehr anders will als dem Ruf meiner Seele zu folgen. Und sie zeigt mir jeden Tag neu, was meine Aufgabe ist.

Es ist ein unglaubliches Gefühl, sich selbst zu spüren, für das zu gehen, wofür ich hier bin und tief mit meiner Seele verbunden zu sein.

Meine Gabe ist es die Menschen wieder in die Verbindung mit ihrem Körper und der Welt zu bringen und zu erkennen, welche unglaublichen Möglichkeiten sie mit in dieses Leben gebracht haben. Ich erkenne die Sprache ihrer Seele und bin meinen Klienten so der Beitrag und die Einladung, sich durch meine Begleitung in Klarheit zu erkennen um sich wieder zu spüren und zu wissen wer sie sind. Nicht als Guru oder Allwissende, manchmal höchstens als Klugscheißer *lach*. Ich sehe schlicht das, was sie gerade noch nicht sehen und begleite dahingehend, in Worte greifbar und erfassbar zu machen was die nächsten Schritte sind. Manchmal nur einen kleinen Schritt, ein anderes Mal Quantensprünge. Du entscheidest Tempo und welchen Weg du nimmst. Selbstermächtigung ist das Ziel.
ICH WILL NUR, DASS DU WEISST!

Mein Job ist es, zuzuhören, Fragen zu stellen und dich in die Selbstermächtigung zu bringen. Wie ein Dolmetscher zwischen Körper und Seele stellen wir die Verbindung und Kommunikation wieder her. Selbstermächtigung die sich wie Urlaub anfühlt und die Seele aufatmen lässt.

Lass uns gemeinsam wachsen..

Für einen Termin folge bitte dem Kontaktformular.